Veranstaltungsbericht: Lesung von Sarah Zöllner (30. Januar 2026)


Ein Abend für Austausch, Reflexion und neue Perspektiven

Im Rahmen unserer Initiative Weiblich.Wirkt. durften wir eine besondere Lesung mit Sarah Zöllner erleben – einen Abend, der weit über das klassische Format einer Buchvorstellung hinausging. In einer warmen, offenen Atmosphäre kamen Frauen aus dem Landkreis zusammen, um zuzuhören, sich auszutauschen und gemeinsam über gesellschaftliche Rollenbilder, Mutterschaft und politische Teilhabe nachzudenken.

Die Veranstaltung wurde von den Initiatorinnen von Weiblich.Wirkt. organisiert und getragen – mit dem Ziel, Räume zu schaffen, in denen Frauen sich begegnen, stärken und sichtbar werden können. Unterstützt wurde der Abend von engagierten Mitwirkenden aus der Region, die diese Plattform für Austausch und Reflexion möglich gemacht haben.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Mittelpunkt stand das Werk von Sarah Zöllner, in dem sie sich intensiv mit der Realität von Mutterschaft und den damit verbundenen gesellschaftlichen Erwartungen auseinandersetzt. Sie beschreibt eindrücklich das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Selbstverwirklichung und den strukturellen sowie kulturellen Rahmenbedingungen, die Frauen häufig begegnen.

Ein zentrales Motiv ihrer Lesung war die Frage: Wie frei sind unsere Entscheidungen wirklich, wenn gesellschaftliche Erwartungen so tief verankert sind?

Besonders eindrücklich waren Passagen, in denen sie die oft unsichtbare mentale Last beschreibt, die viele Frauen tragen – und die gleichzeitig selten gesellschaftlich anerkannt wird. Sinngemäß macht sie deutlich, dass Gleichberechtigung nicht allein eine Frage individueller Entscheidungen ist, sondern stark von äußeren Strukturen geprägt wird.

Ein weiterer wichtiger Gedanke aus ihrem Buch:

„Es reicht nicht, wenn Frauen alles schaffen können – sie müssen es auch unter fairen Bedingungen tun können.“

Diese Perspektive zog sich wie ein roter Faden durch den Abend und eröffnete vielen Teilnehmerinnen neue Blickwinkel auf die eigene Lebensrealität.

Ein besonderer Bestandteil des Abends war der Beitrag von Felicitas Wolf in ihrer Funktion als Gleichstellungsbeauftragte. In ihrer Rede griff sie zentrale Themen der Lesung auf und schlug die Brücke zur kommunalen Praxis.

Sie machte deutlich, welche konkreten Herausforderungen Frauen – insbesondere mit Care-Verantwortung – beim Einstieg in politische Ämter erleben und wo strukturelle Hürden bestehen. Gleichzeitig zeigte sie auf, welche Möglichkeiten es gibt, diese Rahmenbedingungen aktiv zu verändern.

Ihr Beitrag unterstrich, wie wichtig es ist, nicht nur über Gleichstellung zu sprechen, sondern konkrete Maßnahmen und Strukturen zu schaffen, die Teilhabe tatsächlich ermöglichen.

Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich ein lebendiger Austausch zwischen den Teilnehmerinnen. Viele nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu teilen, Fragen zu stellen und neue Kontakte zu knüpfen.

Gerade dieser informelle Teil machte deutlich, wie groß das Bedürfnis nach solchen Räumen ist – Räume, in denen Perspektiven sichtbar werden, gegenseitige Unterstützung entsteht und neue Ideen wachsen können.


Fazit: Sichtbarkeit schafft Veränderung

Der Abend hat eindrucksvoll gezeigt, wie kraftvoll es ist, wenn persönliche Geschichten, gesellschaftliche Themen und politische Fragestellungen zusammenkommen.

Die Lesung mit Sarah Zöllner war nicht nur ein kulturelles Event, sondern ein Impuls für Weiterdenken, für Austausch – und für konkrete Veränderung.

Als Initiative Weiblich.Wirkt. sehen wir uns in unserem Ansatz bestätigt:
Sichtbarkeit, Begegnung und Wissen sind zentrale Bausteine, um mehr Frauen für politische Teilhabe zu gewinnen und nachhaltige Veränderungen anzustoßen.

In freundlicher Zusammenarbeit mit: